Der Weg zum eigenen Stil: Wohin mit ausgemisteter Kleidung?

Der Weg zum eigenen Stil: Wohin mit ausgemisteter Kleidung?

Wohin mit ausgemisteter Kleidung?

Nachdem wir uns im letzten Blogpost ausführlich mit dem Aussortieren des Kleiderschranks befasst haben, dreht sich Teil zwei meiner Stilfindungsserie um die Frage: Wohin mit ausgemisteter Kleidung? Je nach Zustand Deiner Klamotten kannst Du damit nämlich sogar noch etwas Geld verdienen oder anderen eine große Freude machen.

Wohin mit ausgemisteter Kleidung? Ausgewaschene/defekte Sachen

Wohin mit ausgemisteter Kleidung? RetroCat Tipps für defekte Sachen

Ausgewaschene und/oder defekte Kleidung muss nicht direkt entsorgt werden. Diese anderen Möglichkeiten gibt es dafür:

Ausgewaschene Kleidung aufbewahren

Vor allem Kleidung die zwar ihre besten Tage hinter sich hat, aber dennoch soweit noch in Ordnung ist, kann man durchaus in kleinen Mengen aufbewahren. Ich habe beispielsweise noch ein paar alte Hosen und Oberteile bei meinen Eltern auf dem Land. Wenn ich beim Holz oder im Garten helfe, bin ich darüber auch immer wieder froh. So strapaziere ich nicht meine Lieblingskleidung, sondern trage einfach eigentlich aussortiere Klamotten auf.

Defekte Klamotten reparieren

Das Reparieren defekter Kleidung ist etwas aus der Mode gekommen, macht aber natürlich durchaus Sinn. Vor allem teure oder originale Vintage-Klamotten lasse ich grundsätzlich reparieren, sofern das noch irgendwie möglich ist. Wer wie ich selbst nicht sonderlich begabt an der Nähmaschine ist, sucht sich dafür am besten einen Schneider/eine Schneiderin des Vertrauens. So konnte ich bereits einige zauberhafte Stücke vor der Entsorgung retten. Meine defekten Schuhe bringe ich übrigens immer zum Schuster. Für ein paar Euro konnte dieser schon viele meiner Lieblingsexemplare wieder toll in Schuss bringen.

Defekte/ausgewaschene Kleidung abändern

Bei größeren Defekten oder sehr ausgewaschener Kleidung funktioniert das mit dem Reparieren unter Umständen nicht mehr ganz so einfach. In diesem Fall kann man die Klamotten aber eventuell noch immer abändern. Aus einem Kleid mit fleckigem Oberteil kann beispielsweise immer noch ein hübscher Rock werden. Alte Baumwollklamotten zerschneide ich dagegen und nutze die Stoffstücke als Putzlappen – nachhaltiger Tipp von Oma. 🙂 Auch wiederverwendbare Abschminkpads lassen sich aus alten Kleidungsstücken ganz einfach selbst herstellen.

Alte, ausgewaschene Kissenbezüge, Decken und Handtücher bekommt übrigens oft unser Kater. Daraus bauen wir ihm kuschelige Häuschen für den Winter oder polstern seinen liebsten Schlafplatz auf. Auch ein Handtuch in einer schlichten Box kommt bei Stubentigern meistens erstaunlich gut an.

Defekte Kleidung richtig entsorgen

Ist die Kleidung wirklich nicht mehr tragbar und lässt ich auch nicht reparieren, landet sie häufig in Altkleidercontainern. Ökologisch sinnvoll ist das aber nicht unbedingt beziehungsweise nicht immer. Denn auch wenn gut gemeint, konstatiert der Dachverband FairWertung, dass es mittlerweile ein enormes Überangebot an qualitativ minderwertiger und/oder defekter Kleidung gibt. Das Aussortieren dieser Klamotten aus der Kleiderspende kostet viel Zeit und mindert somit sogar den Wert der gesamten Spende. Auch der Bedarf an minderwertigen Klamotten fürs sogenannte Downcycling (für Putzlappen etc.) ist mehr als gedeckt. Alte, unbrauchbare Kleidung landet daher leider immer öfter in der Verbrennung. Falls Du nun gar nicht weißt, wohin mit völlig defekter Kleidung: Altkleiderspenden.de empfiehlt dafür die Entsorgung über den Hausmüll oder Wertstoffhof. In eine gemeinnützige Sammlung sollte sie allerdings keinesfalls. Mehr dazu hier.

Eine sehr eindrucksvolle Dokumentation mit dem Titel „Plastikmüll statt Mode: Ersticken wir in Billig-Altkleidern“ zu genau diesem Thema hat übrigens der BR ausgestrahlt. Ansehen lohnt sich!


Wohin mit ausgemisteter Kleidung? Intakte Sachen

Wohin mit ausgemisteten Sachen? RetroCats Tipps

Klamotten, die noch gut in Schuss sind aber einfach nicht (mehr) wirklich zu Deinem Stil passen, beziehungsweise nie getragen werden, verdienen definitiv eine zweite Chance, wenn auch nicht in Deinem Schrank.

Aussortierte Kleidung mit Freundinnen tauschen bzw. an sie weitergeben

Aussortierte Kleidung mit Freundinnen tauschen: RetroCats Tipps
Models: RetroCat und ElvaVintage

Haben Deine Freundinnen in etwa die gleiche Kleidergröße, kann man wunderbar mit ihnen Klamotten tauschen oder sie einfach an sie weitergeben. Am lustigsten sind Tauschpartys, wo einfach jede ihre aussortierte Kleidung mitbringt und dann wird nach Herzenslust getauscht. Dazu leckere Getränke sowie gute Musik und der Tag beziehungsweise Abend ist perfekt. Partys sind zwar momentan nicht möglich, aber man kann sich ja solange auch über Soziale Medien oder Messengerdienste austauschen.

Auch an Verwandte lassen sich Klamotten häufig wunderbar weitergeben. Ich habe mich beispielsweise immer riesig gefreut, wenn ich eine Ladung aussortierter Kleidung von meiner Cousine bekommen habe.

Aussortierte Kleidung verkaufen

Intakte Kleidung kann wunderbar über diverse Plattformen online oder (sobald wieder möglich) auf Flohmärkten vor Ort verkauft werden. Auch in vielen Second Hand Läden wird man gebrauchte Kleidung los. So kann man mit aussortierten Klamotten sogar noch etwas Geld verdienen.

In meinem nächsten Blogpost werde ich Dir übrigens meine liebsten Verkaufsplattformen für gebrauchte Kleidung vorstellen.

Ausgemistete Kleidung spenden

Während defekte Klamotten nichts in der Kleiderspende zu suchen haben, eignen sich intakte, zeitgemäße Klamotten natürlich sehr wohl für Spenden. Leider landet die Kleidung aus Altkleidercontainer nicht zwangsläufig bei Bedürftigen. Qualitativ hochwertige Klamotten werden in Europa häufig in Second-Hand-Läden weiterkauft. Was sich hier nicht zu Geld machen lässt, landet dagegen tonnenweise in Afrika, wo die Kleidung wiederum weiterverkauft wird und die Textilindustrie vor Ort unter massiven Druck setzen. Sicherlich kann man hier nicht alle über einen Kamm scheren, wer aber sicher gehen will, dass die Kleiderspenden auch wirklich bei Bedürftigen ankommen, sucht sich am besten selbst eine vertrauenswürdige Kleiderannahmestellen raus oder achten zumindest auf das Logo der „FairWertung“.

Eine gute Möglichkeit ist es, die Kleidung direkt bei speziellen Einrichtungen wie beispielsweise Obdachlosenheime, Flüchtlingsheime, Frauenhäuser usw. abzugeben.

Außerdem kann gebrauchte Kleidung (natürlich erst sobald sie wieder geöffnet sind) in Oxfam-Läden abgegeben werden. Die Finanzüberschüsse der gespendeten Sachen kommen dann wiederum sozialen Projekten zugute.

Auch Sozialkaufhäuser sind eine gute Anlaufstelle, um gebrauchte Klamotten abzugeben.


Am Nachhaltigsten ist es natürlich, wenn wir so wenig Kleidung wie möglich aussortieren müssen und unsere Klamotten tragen, bis sie buchstäblich auseinanderfallen. Genau deshalb befassen wir uns in dieser Blogserie auch mit der persönlichen Stilfindung. Wer seinen Stil gefunden hat, tätigt nämlich häufig weniger Fehlkäufe und muss dementsprechend auch weniger ausmisten.

Alle Beiträge aus der Stilfindungsserie:

Der Weg zum eigenen Stil: Kleidung richtig ausmisten – so klappt’s
Der Weg zum eigenen Stil: Wohin mit ausgemisteter Kleidung?
Der Weg zum eigenen Stil: Zahlreiche Apps und Verkaufsplattformen für gebrauchte Kleidung
Gebrauchte Kleidung online verkaufen: So steigerst Du Deine Verkaufserfolge

4 Kommentare

  1. Kerstin & Ulf
    4. Februar 2021 / 11:49

    Hallo Sandra,
    vielen Dank für die wirklich guten Tipps sowohl zum Ausmisten als auch heute zum Entsorgen der überzähligen Stücke. Die Idee mit den Putzlappen kenne ich auch noch von meinen Eltern. Es gibt in Haus und Hof sowie am Auto immer viele Momente, wo ein praktischer Putzlappen benötigt wird.
    Super ist der Hinweis auf die Oxfam-Läden. Ich muss zu meiner Schande gestehen, davon noch nie etwas gehört zu haben. Und dabei habe ich hier in Leipzig mitten in der Stadt einen solchen Laden direkt vor meiner Nase – eine echt gute Empfehlung.
    Viele Grüße
    Kerstin & Ulf

    • Sandra
      Autor
      10. Februar 2021 / 19:20

      Liebe Kerstin, lieber Ulf,

      vielen Dank für Euren Kommentar. Ich freue mich sehr, dass ich die Oxfam-Läden mit diesem Beitrag vielleicht etwas bekannter machen konnte. Das Konzept dahinter finde ich nämlich wirklich super.

      Liebe Grüße
      Sandra

  2. 5. Februar 2021 / 16:32

    Danke für die wunderbaren Tipps.
    Ich kaufe gerne Secondhand-Kleidung, die ich dann entweder trage, bis sie wirklich nicht mehr schön aussehen oder ich gebe sie beim Oxfam ab oder verschenke sie über Ebay-Kleinanzeigen oder in FB-Gruppen.

    Was ich auch gerne mache, vor allem im Winter: Nicht so schöne Kleidung, die aber noch wärmt, unter schöner Kleidung zu tragen.

    Die Kleidung neu zu kombinieren kann auch wieder Verwendungszwecke generieren: So kann man ein kurzes Kleid mit einem langen/knie-langen Rock kombinieren. Das hält im Winter auch Nieren und Unterleib warm.

    Katja

    • Sandra
      Autor
      10. Februar 2021 / 19:20

      Liebe Katja,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Neu kombinieren oder aber als wärmende Schicht unter anderer Kleidung tragen sind super Tipps!

      Liebe Grüße
      Sandra

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