Retro, Vintage, Second-hand – diese Begriffe begegnen uns überall in der Modewelt. Doch was bedeuten sie wirklich? Und worin liegen die Unterschiede?
Gerade im Zeitalter von Nachhaltigkeit, Slow Fashion und bewussterem Konsum lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
In diesem Artikel klären wir verständlich und fundiert, was Retro, Vintage und Second-hand voneinander unterscheidet – und warum jedes dieser Konzepte seinen ganz eigenen Charme hat.
Kurz erklärt: Die Unterschiede auf einen Blick
Retro
→ Neu produziert, aber im Stil vergangener Jahrzehnte
Vintage
→ Originale Kleidungsstücke aus einer bestimmten Epoche (meist 20–100 Jahre alt)
Second-hand
→ Bereits getragene Kleidung, unabhängig vom Alter oder Stil
Kurz gesagt: Retro ist neu produzierte Mode im Stil vergangener Jahrzehnte, Vintage sind originale Kleidungsstücke aus früheren Zeiten und Second-hand bezeichnet bereits getragene Kleidung – unabhängig von Alter oder Stil.
Was bedeutet Retro-Mode?

Retro-Mode bezeichnet neu hergestellte Kleidung, die sich optisch an früheren Modeepochen orientiert – zum Beispiel an den 50er-, 60er- oder 80er-Jahren. Retro-Mode wird gerne auch als Reproduktion bezeichnet.
Typische Merkmale von Retro:
- Neuware mit nostalgischem Design
- Moderne Materialien & vintage-inspirierte Schnitte (aber nicht unbedingt immer zu 100 % authentisch)
- Inspiriert von bestimmten Jahrzehnten
- Oft günstiger und alltagstauglicher als echte Vintage-Teile
Ein gepunktetes Swingkleid im 50s-Stil, das 2025 produziert wurde?
👉 Retro, aber nicht Vintage.
Für wen eignet sich Retro?
- Für alle, die den Look lieben, aber auf Komfort & Verfügbarkeit setzen
- Für Einsteiger:innen in die Welt der Vintage-Mode
- Für stylische Alltagsoutfits mit Nostalgie-Faktor
Was ist Vintage-Mode wirklich?

Vintage-Mode besteht aus Original-Kleidungsstücken vergangener Jahrzehnte, die tatsächlich in dieser Zeit hergestellt wurden.
In der Regel gilt:
- mindestens 20 Jahre alt
- maximal ca. 100 Jahre alt
(alles darüber hinaus fällt meist unter Antique Fashion)
Typische Vintage-Epochen:
- 1920er: Art Déco, Flapper Dresses
- 1950er: Petticoats, Taillenkleider
- 1970er: Schlaghosen, Boho
- 1990er: Minimalismus, Grunge
Warum Vintage so besonders ist:
- Einzigartige Stücke mit Geschichte
- Häufig hochwertige Verarbeitung & Materialien
- Nachhaltig, da keine Neuproduktion
- Ausdruck von Individualität
Vintage ist für mich Mode mit Seele und ein Lifestyle – und genau deshalb so begehrt.
Second-hand: Mehr als nur „gebraucht“

Second-hand bedeutet schlicht:
👉 Ein Kleidungsstück hatte bereits eine:n Vorbesitzer:in.
Dabei spielt es keine Rolle,
- wie alt das Teil ist
- aus welchem Jahrzehnt es stammt
- ob es Vintage, Retro oder modern ist
Ein Zara-Kleid von 2022 aus dem Resale-Shop?
→ Second-hand, aber nicht Vintage.
Ein Originalkleid aus den 60ern vom Flohmarkt?
→ Vintage UND Second-hand.
Vorteile von Second-hand:
- Ressourcenschonend & nachhaltig
- Oft deutlich günstiger
- Große Vielfalt an Marken & Stilen
- Ideal für bewussten Konsum
Kann ein Kleid mehrere Kategorien erfüllen?


Ja – absolut!
Die Begriffe schließen sich nicht gegenseitig aus.
Beispiele:
- Vintage + Second-hand → sehr häufig
- Retro + Second-hand → möglich
- Retro + Vintage → ❌ in der Regel nicht möglich, bzw. sehr selten (Retro ist neu im Stil vergangener Epochen, Vintage ist alt), Ausnahme: Es gibt tatsächlich Vintage-Stücke aus beispielsweise den 70ern, die im Stil der 40er-Jahre gehalten sind.
Warum die richtige Bezeichnung wichtig ist
Gerade beim Online-Shopping, in Blogs oder auf Marktplätzen werden die Begriffe oft vermischt – absichtlich oder aus Unwissenheit. Du kennst jetzt die Unterschiede! Eine richtige Bezeichnung ist dabei für alle Beteiligten wichtig:
Für Käufer:innen bedeutet das:
- realistische Erwartungen
- faire Preise
- bewusste Kaufentscheidungen
Für Shops & Blogs:
- mehr Vertrauen
- bessere SEO-Auffindbarkeit
- klarere Kommunikation
Retro, Vintage & Nachhaltigkeit
Alle drei Konzepte können Teil einer nachhaltigeren Modewelt sein – aber auf unterschiedliche Weise:
- Second-hand verlängert den Lebenszyklus von Kleidung
- Vintage bewahrt Modegeschichte und Qualität
- Retro ermöglicht nostalgische Looks ohne fragile Originale. Retro-Mode ist außerdem zeitlos und kann daher über lange Zeit getragen werden.
Dabei kannst du natürlich alle Kategorien nach Lust und Laune kombinieren. Wie wäre es mit einer originalen Vintage-Handtasche zu Retro-Schuhen und einem Second-Hand-Kleid?
Grundsätzlich sind gebrauchte Kleidungsstücke natürlich nachhaltiger als neue. Es gibt aber auch zahlreiche Retro-Marken, die hochwertige, neue Kleidung anbieten, die zeitlos ist und lange hält. Das ist ebenfalls eine tolle Alternative zu Fast-Fashion.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Vintage immer Second-hand?
Ja, fast immer – da Vintage bereits getragen oder zumindest älter ist. Es gibt aber natürlich ein paar Ausnahmen, wie komplett ungetragene Kleidungsstücke, die mindestens 20 Jahre alt sind. Vielleicht hast du ja auch selbst noch sehr alte Klamotten im Schrank, die noch immer tragbar sind.
Ist Retro nachhaltig?
Retro ist neu produziert, kann aber nachhaltiger sein als Fast Fashion – je nach Hersteller. Wichtig zu wissen: Es gibt auch zahlreiche Fast-Fashion-Retro-Labels.
Ab wann gilt Kleidung als Vintage?
In der Regel ab etwa 20 Jahren Alter. Für mich persönlich sollte Vintage-Kleidung allerdings mindestens aus den 80ern stammen. 😉
Wo findet man hochwertige Vintage-Mode?
Originale Vintage-Mode kaufe ich persönlich am liebsten in Ladengeschäften. Dort kann ich mir einfach ein viel besseres Bild vom Zustand der Kleidung machen und Klamotten auch anprobieren. Besonders ältere Stücke aus den 20ern bis 60ern haben häufig ganz andere Größenangaben als wir es heute gewohnt sind. Meine liebsten Vintage-Läden in München stelle ich dir übrigens hier vor.
Wo kann man Second-hand-Kleidung online kaufen?
Für Second-hand-Kleidung gibt es mittlerweile zahlreiche Plattformen. Zu meinen Favoriten zählen Vinted, Willhaben, Etsy* und eBay*. Jede Menge weitere Second-hand-Plattformen für Kleidung stelle ich in diesem Blogpost vor.
Worauf sollte man beim Kauf von Vintage- und Second-hand-Mode achten?
Vintage- und Second-hand-Mode zu kaufen ist eine nachhaltige Alternative zu Fast Fashion. Aber Achtung, man sollte dabei unbedingt ein paar Dinge beachten, um Fehlkäufe und Enttäuschungen zu vermeiden:
- Die richtige Größe
- Käuferschutz
- Authentizität
In meinem Second-Hand und Vintage-Mode-Guide verrate ich dir ausführlich, worauf du beim Kauf von gebrauchter Kleidung achten solltest.
Fazit: Alles hat seine Daseinsberechtigung
Ob Retro, Vintage oder Second-hand – wichtig ist nicht das Label, sondern dein persönlicher Stil und ein bewusster Umgang mit Mode. Ich kombiniere am liebsten alles miteinander nach Lust und Laune. So entsteht ein ganz individueller, persönlicher Look.
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