Sie sollte leicht aussehen, das Outfit ins richtige Licht rücken, dem Model schmeicheln und dabei auch noch irgendwie besonders sein – die Rede ist von der perfekten Pose, soweit es diese überhaupt gibt. Denn nicht jede Pose sieht an jedem gleich gut aus und passt zu jeder Location. Nach nunmehr gut zweieinhalb Jahren als Fashion-Bloggerin gehen mir Posen mittlerweile recht leicht von der Hand. In diesem Beitrag verrate ich Dir meine besten Posing-Tipps und zeige Dir, wie auch Du Dich mit ein paar Handgriffen vor der Kamera ins rechte Licht rücken kannst.

Posing-Tipps: Die Basics

Starten wir mit den Basics. Zuerst einmal ist es wichtig, aufrecht zu stehen oder sitzen und eine gute Körperspannung zu halten. Schultern zurück, Brust raus und Bauch einziehen – das hat schließlich auch Mama schon immer gepredigt. Ich gehe zudem meistens in ein leichtes Hohlkreuz. Das ist zwar nicht unbedingt bequem, sieht aber gut aus.

Geht es um den Gesichtsausdruck, variiere ich gerne. Mal lächle ich, mal zeige ich Zähne und ein anderes Mal schaue ich recht ernst. So gut wie immer schaue ich allerdings leicht an der Kamera vorbei und fixiere dabei wahlweise einen Punkt neben oder über dem Objektiv. Einen Blick direkt in die Kamera wage ich dagegen nur selten. Um nicht zu verspannt oder gar angestrengt auszusehen, lasse ich meinen Mund immer leicht geöffnet. Aufeinander gepresste Lippen sehen nämlich selten gut aus.

Ein klassisches Portrait von RetroCat

Besonders wichtig ist es zudem, auf schöne Hände und Füße zu achten. Ich habe mich anfangs selbst oft dabei ertappt, wie ich die Finger unschön zur Faust geballt habe oder wie mein Arm schnurstracks, ähnlich einem Zinnsoldaten, an mir herunterhängt. Die Hände schüttelt man vor dem Shooting am beste etwas aus und lässt sie dann am besten ganz locker. Am schönsten sieht es meiner Meinung nach aus, wenn die Finger schön beisammen sind. Gerne berühre ich daher meinen Zeigefinger mit dem Daumen. Füße und Zehen strecke ich dagegen immer durch, das wirkt viel eleganter als nach oben gezogenen Treter.

RetroCat beim Posen am Strand

Soviel zu den Basics. Wer das beachtet, bekommt schon ganz gute Bilder hin. Allerdings kommt es vor allem bei Modefotos auch immer auf dieses gewisse Etwas an. Da ich in erster Linie Vintage- und Retro-Mode in Szene setzt, pose ich auch mal etwas übertriebener. Im Gegensatz zu den heutigen Streetstyle-Fotos sahen die Posen früher nämlich wesentlich unnatürlicher und gestellter aus.

Im Folgenden zeige ich Dir nun meine liebsten Posen; von locker und lässig bis ausgefallen und divenhaft ist alles dabei. 😉

Posing-Tipps: Eine Hand auf die Hüfte

Die Hand auf der Hüfte ist wohl der absolute Klassiker unter den Posen und geht eigentlich immer. Diese Pose lenkt die Aufmerksamkeit auf die Körpermitte und man muss nicht groß überlegen, wohin mit dem Arm. Je nach Laune lege ich meine Hand entweder nur ganz locker auf die Hüfte oder beuge mich zusätzlich in die Richtung des Armes.

RetroCat beim Posen mit einer Hand auf der Hüfte

Posing-Tipps von RetroCat: Eine Hand auf der Hüfte

Wer mal etwas ganz anderes machen möchte, kann natürlich auch beide Arme auf die Hüften legen. Die Beine sollten dabei etwa schulterbreit auseinander gestellt werden und der Blick möglichst ernst sein. Die Ellbogen werden zusätzlich noch etwas nach vorne gedrückt. Die Art von Pose macht sich vor allem in Kombination mit düsteren Looks gut und ich nenne sie gerne „die zwidere (äh, das ist bayerisch und heißt so viel wie schlecht gelaunte) Puppe“. 😉

Vintage-Model RetroCat mit beiden Händen in der Taille


Posing-Tipps: Die Hände ins Gesicht

Finger aus dem Gesicht, sonst bekommst Du Pickel! Wer kennt den Spruch nicht? Für Fotos gilt das allerdings nicht. Denn eine oder beide Hände im Gesicht können auf Bildern durchaus sehr verführerisch und gut aussehen. Außerdem sind Arme während Shootings tatsächlich oft im Weg und man weiß manchmal einfach nicht, wohin damit. Ich lege dann entweder eine Hand ans Kinn oder bilde mit beiden Händen eine Art Rahmen ums Gesicht.

Posing-Tipp von RetroCat: Eine Hand im Gesicht

RetroCat mit einer Hand am Kinn

Es muss natürlich nicht immer direkt im Gesicht sein, man kann die Hände auch ganz wunderbar an Hals oder im Haar positionieren beziehungsweise die Hand mit etwas Abstand neben dem Gesicht halten. Eine typische Pin-up-Pose ist übrigens eine Hand vor dem geöffneten Mund. Dabei sage ich meistens, wenn auch ganz leise, „uuups“ oder „ahhhh“ und lächle gleichzeitig ein wenig. Ein Finger vor dem Mund und „shhh“ sagen geht natürlich auch. 😉

RetroCat in einer typischen Pin-up-Pose

RetroCat in einer verführerischen Pose


Posing-Tipps: Die Hand auf der Schulter

Zu meinen Lieblings-Posen gehört auch die Hand auf der Schulter. Dabei lege ich meine Hand entweder auf die zugehörigen Schulter oder auf die gegenüberliegende. Wer letzteres bevorzugt, legt die Hand locker auf die Schulter, als würde man etwas hinweg streifen und positioniert den anderen Arm am besten in der Körpermitte, geht ins Hohlkreuz und schaut leicht über die Schulter. Das lässt den Hals schön lange aussehen und wirkt sehr sophisticated, wie man heutzutage sagt. 😉

RetroCat beim Posen mit einer Hand auf der Schulter


Posing-Tipps: Das Anlehnen

Beim lässigen Anlehnen kann man viele Fehler machen. Und so locker und leicht wie diese Pose oft aussieht, fühlt sie sich oft gar nicht an. Wichtig ist hierbei immer, ins Hohlkreuz zu gehen, auch mal ruhig etwas extremer. Sonst sieht man nämlich schnell aus wie ein Brett ohne jegliche Kurven. Ein Bein, am besten das zur Kamera gerichtete, knickt man dabei leicht ab. Ganz wichtig zu beachten ist außerdem, dass immer beide Arme zu sehen sind, sonst wirkt das auf dem Foto anschließend äußerst komisch.

RetroCat beim Anlehnen an einen Baum

Posing-Tipp von RetroCat: An eine Wand anlehnen


Posing-Tipps: Mit dem Outfit und der Umgebung spielen

Wer ein aufregendes Outfit trägt, kann damit ganz wunderbar spielen. Entweder man hebt neckisch den Rock oder spielt mit Schleifen, der Sonnenbrille und ähnlichem.

RetroCat beim Posen mit ihrem Rock

Posing-Tipp von RetroCat: Mit dem Outfit spielen

RetroCat beim Posen mit einer Schleife an einem Retro-Kleid

RetroCat beim Posen mit ihrer Cat-Eye-Sonnenbrille

Auch die Umgebung kann man wunderbar mit in die Pose einbauen. Hierbei lässt man sich am besten von der Location inspirieren und greift buchstäblich nach dem, was gerade verfügbar ist. 😉

RetroCat beim Fotoshooting neben einem Waggon

Tiere sind natürlich auch immer eine gute Idee. Hierbei ist man allerdings auf deren Mitarbeit angewiesen und hat deshalb bestenfalls Leckerlis dabei. Leichter hat man es da mit nicht-lebendigen Shootingpartnern, wie beispielsweise einem Kürbis für Herbstlooks.

RetroCat beim Posen mit einer Katze

RetroCat beim Posen mit einem Hund

RetroCat beim Posen mit einem Kürbis


Posing-Tipps: Drehungen und Sprünge

Kommen wir zur Königsdisziplin unter den Posen. Drehungen sowie Sprünge gelingen selten auf Anhieb und brauchen oft unzählige Versuche. Bei ersterem sollte man versuchen, so gut es geht auf einer Stelle zu bleiben, sonst sitzt der Fokus nicht richtig und man wird unscharf – das will wohl keiner. 😉 Dafür stelle ich meine Beine leicht versetzt nebeneinander und drehe mich einmal um die eigene Achse; anschließend anders herum wieder zurück.

Vintage-Model RetroCat bei einer Drehung

Bei Sprüngen ist es enorm wichtig, auf einen entspannten Gesichtsausdruck und eine gute Körperspannung zu achten. Hier macht Übung definitiv den Meister.

Model und Bloggerin RetroCat beim Springen während eines Fotoshootings


Nun hoffe ich, dass dieser Beitrag hilfreich für Dich war und wünsche viel Spaß beim Posen!

Einen kleinen Tipp zu Abschluss habe ich noch: Am besten übt man erst mal vor dem Spiegel und fragt anschließend die beste Freundin, die Eltern oder den Freund, ob sie beziehungsweise er nicht ein paar Fotos schießen könnte. Zumindest ich fühle mich umgeben von meinen Freunden und meiner Familie einfach viel entspannter als vor Fremden und probiere daher auch dementsprechend mehr aus. Wer dann das Posing vor Bekannten drauf hat, bekommt es anschließend auch vor dem Profi-Fotografen hin. Meine Fotos macht übrigens mein Freund Martin, der passenderweise Fotograf ist. Seine Webseite findest Du hier.

Dass aber auch bei mir nicht immer jede Pose sitzt, beweisen meine Outtakes. Wichtig ist nur: Nicht verzweifeln und üben, üben, üben. 😉

Die besten Posing-Tipps für Fashion-Shootings von Vintage-Model und Bloggerin RetroCat

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4 thoughts on “In Stellung gebracht: Meine besten Posing-Tipps für Fashion-Shootings

  1. Liebe Sandra,

    Das ist ein grandioser Artikel und seeeehr hilfreich! Die Kunst ist es wirklich, die Grundregeln zu beherrschen, und dann kann man wirklich gut variieren. Was die Königsdisziplin angeht, nun ja, das ist ein anderes Thema, es heißt nicht umsonst so 😅 von hundert Bildern ist da bei mir vielleicht eins dabei mit dem ich so einigermaßen zufrieden bin 😅

    Sehr inspirierend und gut, sich die Regeln auch immer wieder vor Augen zu führen! Lieben Gruß, Karin
    https://the-fashion-pheromone.com

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