Falling Asgard – List & Vorurteil: Unterhaltsame Urban Romantasy mit nordischen Göttern

Falling Asgard – List & Vorurteil: Unterhaltsame Urban Romantasy mit nordischen Göttern

Nordische Mythologie, ein Roadtrip durch Schottland (yeah!) und ausgerechnet Loki als undurchsichtiger Reisebegleiter: Falling Asgard – List & Vorurteil von Marah Woolf war für mich ein echter Zufallsfund (ich bin im Buchladen tatsächlich dem schönen Cover zum Opfer gefallen ;-)) – und hat mich wirklich positiv überrascht. Die Urban Romantasy ist spannend, humorvoll und wunderbar unterhaltsam, ohne sich in zahllosen epischen Kämpfen oder einer alles überlagernden Liebesgeschichte zu verlieren.

Götterchaos zwischen Asgard und Schottland

Eigentlich möchte Ylva in Midgard ein möglichst normales Leben führen und zwischendurch immer mal wieder einen Abstecher zu ihrer Familie nach Asgard machen. Dummerweise gerät sie stattdessen mitten hinein in die Angelegenheiten der nordischen Götter. Gemeinsam mit Loki reist sie deshalb quer durch Schottland, um ein verschwundenes Siegel Asgards zu finden – und natürlich ist längst nicht alles so, wie es zunächst scheint.

Zwischen alten Feindschaften, mythischen Wesen und so manchem Geheimnis muss Ylva herausfinden, wem sie überhaupt vertrauen kann. Loki, der Gott der List und des Chaos, macht ihr diese Entscheidung nicht unbedingt leichter. 😉


Vielschichtige Figuren und Geheimnisse, die sich nach und nach lüften

Das schön gestaltete Buch Falling Asgard von Marah Woolf

Besonders gut gefallen hat mir, wie Marah Woolf die Geheimnisse der Geschichte aufbaut. Nach und nach erfahren wir mehr über Ylva, Loki und die Götterwelt. Dadurch bleibt das Buch spannend, ohne sämtliche Enthüllungen für die letzten Seiten aufzusparen. Zwar wartet am Ende ein großer Showdown, dieser wirkt aber, wie ich finde, nicht überladen oder chaotisch – etwas, das ich bei Fantasy-Finalen leider nicht immer selbstverständlich finde.

Ylva, die weibliche Hauptperson, war mir dabei von Anfang an sympathisch. Sie ist Halbwalküre, unabhängig und tough, darf aber trotzdem Fehler machen und ist keineswegs unfehlbar. Auch ihre Charakterentwicklung ist toll. Sie lässt sich nicht so leicht um den Finger wickeln, ist aber bereit, alt geglaubte Wahrheiten zu hinterfragen und sich im Zweifel auch von einer anderen Perspektive überzeugen zu lassen. Genau das macht sie für mich zu einer glaubwürdigen Hauptfigur, mit der man gerne durch Schottland reist.

Auch Loki ist deutlich vielschichtiger, als es seine Rolle als charmanter Gott des Chaos zunächst vermuten lässt. Die Geschichte wird überwiegend aus Ylvas Perspektive erzählt. Dazwischen gibt es jedoch immer wieder Kapitel aus Lokis Sicht, durch die man ihn und seine Beweggründe besser kennen- und verstehen lernt. Für mich war das eine tolle Ergänzung – gerade weil er nicht immer offenlegt, was er eigentlich im Schilde führt.

Langsame Romance statt endlosem Spice

Obwohl Falling Asgard als Urban Romantasy beziehungsweise New Adult Romantasy eingeordnet wird, nimmt die Liebesgeschichte angenehm wenig Raum ein. Die Annäherung zwischen Ylva und Loki entwickelt sich langsam und fügt sich gut in die Handlung ein, anstatt sie zu verdrängen. Trotzdem gibt es ein gewisses Knistern zwischen den beiden.

Spice gibt es im eigentlichen Buch nicht. Wer auf eine etwas heißere Szene dennoch nicht verzichten möchte, findet über einen QR-Code ein zusätzliches Spicy-Kapitel. Ich mag diese Lösung sehr: So bleibt die Geschichte auch für (jüngere) Leserinnen und Leser geeignet, die lieber wenig oder gar keinen Spice lesen, während alle anderen das Extra freiwillig aufrufen können.


Unterhaltsame Urban Romantasy mit schottischer Kulisse

Der flüssige, humorvolle Schreibstil hat es mir leicht gemacht, in der Geschichte zu versinken. Dabei geht es nicht pausenlos um Leben und Tod, gewaltige Schlachten oder den nächsten dramatischen Cliffhanger. Natürlich gibt es Spannung und Gefahren, im Vordergrund steht für mich aber vor allem eine unterhaltsame Geschichte mit sympathischen Figuren, nordischer Mythologie und einem atmosphärischen Roadtrip.

Dass ein großer Teil der Handlung in Schottland spielt, war für mich ein zusätzlicher Pluspunkt. Ich liebe Schottland, und die raue Landschaft passt einfach wunderbar zu Loki, alten Legenden und einer Welt, in der die nordischen Götter sehr viel menschlicher sind, als sie vermutlich zugeben würden. 😉 Außerdem hat mich das Buch an meinen eigenen Roadtrip durch Schottland vor einigen Jahren erinnert.


Falling Asgard – List & Vorurteil: Mein Fazit

Der schön gestaltete Farbschnitt von Falling Asgard von Marah Woolf

Falling Asgard – List & Vorurteil ist eine tolle Urban Romantasy für alle, die nordische Mythologie, vielschichtige Figuren und eine langsam entstehende Liebesgeschichte mögen. Das Buch bietet Spannung, Humor und Geheimnisse, bleibt dabei aber angenehm übersichtlich und vor allem unterhaltsam.

Man muss übrigens kein Profi in nordischer Mythologie sein, um die Handlung zu verstehen. Ein paar Grundkenntnisse können aber definitiv nicht schaden.

Wer besonders viel Action oder eine sehr präsente, spicy Romanze erwartet, ist hier möglicherweise nicht ganz richtig. Wer dagegen gerne mit sympathischen Figuren durch Schottland reist, Loki bei seinen undurchsichtigen Plänen beobachtet und Geheimnisse nach und nach aufdeckt, sollte dem Buch unbedingt eine Chance geben.

Die Autorin selbst bezeichnet ihr Buch übrigens im Nachwort als RomComantasy mit ein paar ernsten Gedanken und ich finde, das trifft es ziemlich gut. Die Story ist erfrischend unterhaltsam, behandelt aber auch wichtige Themen wie beispielsweise Machtmissbrauch und Vorurteile.

Interessant zu wissen: Das Buch ist Teil einer Dilogie und es gibt einen Cliffhanger am Ende (ich finde ihn aber jetzt persönlich nicht sooo dramatisch). Der zweite und abschließende Band der Dilogie, Falling Midgard, erscheint aber bereits am 29. September 2026 – und ich freue mich schon sehr darauf!

Falling Asgard ist übrigens in Kindle unlimited* enthalten (probiere doch einfach mal die kostenlose 30-tägige Probemitgliedschaft* aus).

Die gebundene Ausgabe ist mit Motivfarbschnitt, Page Overlay und Lesebändchen allerdings so schön gestaltet, dass sie für mich ebenfalls ihr Geld wert ist. Meine Special Edition von Thalia* enthielt sogar Sticker, ich kann allerdings nicht versprechen, dass diese immer noch enthalten sind, da es diese limitiert waren. In einem Thalia-Store vor Ort kannst Du natürlich nachsehen, ob der Stickerbogen noch beiliegt. 😉

Falling Asgard hat mir dabei wieder einmal gezeigt, warum es sich auch heutzutage noch lohnt, auch mal wieder in einen Buchladen zu gehen. Online wäre ich vermutlich nie über das Buch gestolpert. So aber fiel es mir ins Auge, ich habe etwas hineingelesen und entschieden, dass ich nun gerne mehr über Loki und Co. erfahren möchte. 😉


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