Eine Elite-Akademie für Magier, gefährliche Prüfungen und eine Protagonistin, für die deutlich mehr auf dem Spiel steht als nur ein Studienplatz: The Ordeals von Rachel Greenlaw, erschienen in der Hobbit Presse im Klett-Cotta Verlag, erfindet das Dark-Academia/Romantasy-Rad zwar nicht komplett neu, macht aber trotzdem richtig viel Spaß zu lesen.
Das Buch startet stark, wirft uns ohne lange Vorrede direkt in die Geschichte und liefert jede Menge Action, düstere Akademie-Atmosphäre und eine Romanze, die sich angenehm in die Handlung einfügt. Ganz durchgehend konnte mich die Geschichte zwar nicht fesseln, spätestens zum Ende hin hatte sie mich aber wieder – und wie!
Eine magische Akademie und Prüfungen, die nicht alle überleben

Sophia De Winter ist seit ihrer Kindheit durch einen Blutbund an ihren grausamen Onkel, den Sammler, gebunden. Für sie scheint es nur einen möglichen Ausweg zu geben: Sie muss einen Platz an der Killmarth Academy ergattern, einer Elite-Akademie für Menschen mit magischen Fähigkeiten. So könnte sie den Bund nämlich brechen und außerdem ihre Fähigkeiten weiter ausbauen.
Um aufgenommen zu werden, muss Sophia jedoch zunächst die sogenannten Ordeals bestehen – eine Reihe brutaler Prüfungen, die längst nicht alle Anwärterinnen und Anwärter überleben. Dabei trifft sie auf Illusionisten, Alchemisten, Botaniker und Maskierer. Um ihre Chancen zu erhöhen, verbündet sie sich mit dem attraktiven wie mächtigen Magier Alden Locke. Doch nicht jeder von ihren Mitstreitern ist nur ein Konkurrent und außerdem lauern rund um die Killmarth Academy noch ganz andere Gefahren. Schon bald muss Sophia entscheiden, wem sie wirklich vertrauen kann…
Mein Dark-Academia-Outfit inspiriert von The Ordeals

Genau die eher düsteren Dark-Academia-Vibes im Buch waren übrigens die Inspiration für mein Outfit. Ich mag den eher formellen Kleidungsstil, der ein wichtiger Teil dieses Trends ist. Gedeckte Farben, klassische Muster, wie z. B. Karo und zeitlose Schnitte machen den Look alltagstauglich und spannend zugleich.
Um nicht zu brav zu wirken, setze ich auf einen Minirock, dazu ein schlichtes Top und hautfarbene Netzstrumpfhosen. Letztere sind übrigens mein Geheimtipp für schöne Beine. Sie setzen die Beine doch perfekt in Szene, sind aber deutlich dezenter und eleganter als schwarze Netzstrümpfe.
Outfit-Details:
Rock: Koton, ähnlicher z. B. via Asos*
Top: Pussy Deluxe, z. B. via Amazon*
Netzstrumpfhose: ähnliche z. B. via Amazon*
Schuhe: Stuart Weitzman, ähnliche z. B. via TopVintage*
Handtasche: Nadja Christner
Haarteil: via Amazon*
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Direkt in die Geschichte – ohne lange Anlaufzeit

Doch nicht nur outfit-technisch liefert die düstere Akademiewelt jede Menge Inspiration – auch der Einstieg in die Geschichte konnte mich direkt überzeugen. Statt erst über viele Kapitel die Welt und sämtliche Figuren zu erklären, werden wir direkt in Sophias nahezu auswegslose Situation hineingeworfen. Dadurch entwickelt die Geschichte von Anfang an Tempo und macht neugierig auf die Killmarth Academy und ihre tödlichen Aufnahmeprüfungen.
Natürlich sind eine magische Akademie und gefährliche Prüfungen inzwischen nichts vollkommen Neues mehr. Das würde ich dem Buch allerdings auch nicht vorwerfen: Genau mit diesen Elementen wird schließlich geworben. Wer gerne Geschichten über Akademien, Prüfungen und Magie liest, dürfte sich hier schnell wohlfühlen.
Das Worldbuilding erfüllt dabei seinen Zweck und bietet mit unterschiedlichen Arten von Magie (Botanik, Alchemie, Maskerade und Illusion) eine interessante Grundlage. Eine vollkommen neuartige High Fantasywelt sollte man jedoch nicht erwarten. Für mich lag die Stärke des Buches ohnehin eher in den actionreichen Prüfungen, der düsteren Atmosphäre und der Frage, wer tatsächlich auf Sophias Seite steht.
Gute Romance ganz ohne Enemies to Lovers

Auch die Romanze hat für mich wirklich gut funktioniert. Sie nimmt nicht zu viel Raum ein und verdrängt weder die Prüfungen noch Sophias eigene Geschichte, ist aber schön aufgebaut. Besonders erfrischend fand ich, dass die Beziehung ohne den scheinbar allgegenwärtigen Enemies-to-Lovers-Trope auskommt. Keine endlosen Feindseligkeiten, die plötzlich in große Gefühle umschlagen müssen – das war zur Abwechslung wirklich angenehm. 😉
Die Liebesgeschichte ergänzt die Handlung, anstatt sie vollständig zu übernehmen. Dadurch bleibt The Ordeals auch für alle interessant, die Romantasy zwar mögen, bei denen die Romance aber nicht auf jeder Seite im Mittelpunkt stehen muss. Das Spice-Level ist ebenfalls eher moderat. Es gibt die ein oder andere explizite Szene, aber auch hier wird die eigentliche Handlung nicht überschattet.
Spannend, aber nicht ganz ohne Durchhänger

So viel Spaß mir die Grundidee und die Prüfungen gemacht haben, zwischendurch hatte die Geschichte für mich einen kleinen Durchhänger. Auch der Schreibstil konnte mich nicht durchgehend zu hundert Prozent mitreißen. Woran es genau lag, kann ich tatsächlich nur schwer an einem einzelnen Punkt festmachen – manchmal entsteht beim Lesen einfach nicht ganz dieser Sog, obwohl Handlung und Figuren eigentlich gut funktionieren.
Zum Glück gewinnt das Buch gegen Ende aber wieder deutlich an Tempo. Es passiert noch einmal richtig viel, die Spannung steigt und die letzten Kapitel haben mich wieder vollkommen gepackt. Allerdings sollte man wissen: The Ordeals endet mit einem ordentlichen Cliffhanger. Wer offene Enden nicht mag, wartet vielleicht lieber, bis die Fortsetzung erschienen ist.
The Ordeals: Mein Fazit

The Ordeals ist eine lesenswerte Dark-Academia-Romantasy mit tödlichen Prüfungen, Magie, Action und einer angenehm dosierten Liebesgeschichte. Die bekannten „Genre-Zutaten“ werden nicht völlig neu erfunden, aber ausgesprochen unterhaltsam miteinander kombiniert – und manchmal ist genau das schließlich alles, was ein Buch leisten muss. 😉
Der Schreibstil war nicht immer ganz mein Fall und in der Mitte ließ meine Begeisterung kurzzeitig etwas nach. Der starke Anfang, die düstere Akademie-Atmosphäre, einige unvorhersehbare Wendungen sowie das spannende Finale haben für mich am Ende jedoch deutlich überwogen.
Ein weiterer Pluspunkt: Die gebundene Ausgabe ist wirklich schön gestaltet. Klar kommt es am Ende auf den Inhalt an, aber es schadet ja auch nicht, wenn das Buch in der Leseecke etwas hermacht, oder?
Der zweite und abschließende Teil der Dilogie trägt den Titel The Divines und erscheint auf Englisch Anfang Oktober 2026. Ein bestätigter Erscheinungstermin für die deutsche Übersetzung ist derzeit noch nicht bekannt. (Ich hoffe wirklich sehr, der zweite Teil wird auch übersetzt, ich muss nämlich unbedingt wissen, wie es weitergeht.)
Jede Menge weitere Buchtipps findest Du in meiner Lesen-Kategorie. Außerdem habe ich ganz neu einen Buch-Instagram-Account @retrocat_reads gestartet, wo ich ebenfalls über meine neuesten Bücher und alten Klassiker posten werde. Ich freue mich natürlich, wenn Du mir dort folgst. 😉
