Kleines Schwarzes: Zeitloser Klassiker für jede Gelegenheit

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Viele Mythen ranken sich um das Kleine Schwarze, welches im Französischen übrigens als la petite robe noir und im Englischen als little black dress bezeichnet wird. Coco Chanel soll es erfunden haben und es passt eigentlich immer, heißt es. Aber stimmt das auch? In diesem Beitrag erzähle ich Dir kurz etwas zur Geschichte des Kleinen Schwarzen und zeige Dir anschließend zwei ganz unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten. Eine eignet sich perfekt für den (Arbeits-)Alltag, die andere für die Dinnerparty danach.

Bevor wir jedoch in die Geschichte tiefer einsteigen, sollten wir zuerst einmal klären, was ein Kleines Schwarzes überhaupt ist. Eine einheitliche Definition gibt es dazu nicht. Jedoch wird damit im Allgemeinen ein enganliegendes schwarzes Kleid bezeichnet, welches bis maximal kurz über die Knie reicht.

RetroCat trägt ein Kleines Schwarzes von Von 50' und Strümpfe von Secrets in Lace

Kleines Schwarzes: Die Geschichte hinter dem Klassiker der Damenmode

Lange Zeit waren schwarze Kleider trauernden Witwen beziehungsweise trauernden Frauen im Allgemeinen vorbehalten. Die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts schrieb dafür mitunter strenge Regeln vor. So wurde schwarze und einfache Kleidung ganz ohne Schmuck für mindestens ein Jahr und Tag der Trauer getragen. In den darauffolgenden Monaten oder teils sogar Jahren waren unter anderem dann schwarze Seide, Verzierungen und Spitze erlaubt. Nach einer gewissen Zeit durfte Schwarz auch mit anderen Tönen wie beispielsweise Violett kombiniert werden. Manche Frauen trugen gar ihr restlichen Leben lang Trauerkleidung. Auch die Kleidung der Dienstmädchen war meist Schwarz. Wer es sich also leisten konnte, verzichtete im Normalfall auf das Kleid in der dunkelsten aller Farben.

Kleines Schwarzes: Der Ford unter den Kleidern

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fegte der erste Weltkrieg mit all seiner zerstörerischen Kraft über Europa und so wurde es zur Gewohnheit, schwarz gekleidete Frauen in den Straßen zu stehen. Das war die Zeit, in der immer mehr Modedesigner begannen, schlichte schwarze Kleider in ihren Kollektionen zu zeigen.

Den Durchbruch schaffte das Kleine Schwarze dann 1926. Die US-Vogue zeigte die Abbildung eines Entwurfs von Coco Chanel und prophezeite: „Dieses schlichte Kleid wird eine Art von Uniform für alle Frauen mit Geschmack werden.“ Es wurde von der Vogue schließlich nach einem beliebten Automodell benannt: Chanels Ford. Diese Phrase spielt auf das T-Model von Ford an, welches als erstes Auto überhaupt auf dem Fließband produziert und so für eine eine breitere Gesellschaftsschicht zugänglich gemacht wurde. Zwischen 1915 und 1925 war das Auto nur in Schwarz erhältlich. Auch in Coco Chanels folgenden Kollektionen spielt das Kleine Schwarze eine nicht kleine Rolle.

Ihr Urheberrecht auf das Kleine Schwarze ist jedoch nicht ganz unangefochten. So hatte Nettie Rosenstein angeblich noch vor Coco Chanel die Idee für ein multifunktionales kleines schwarzes Kleid. Nichtsdestotrotz wurde es erst dank Coco Chanel und der US-Vogue so bekannt und berühmt.

RetroCat mit dunkelroter Handtasche von Furla, weißer Lederjacke und einem Kleinen Schwarzen

Kleines Schwarzes: Vom frivolen Kleidungsstück zum Klassiker

Dennoch haftete dem schwarzen Kleid zu Beginn etwas Verruchtes an, war es doch eigentlich Trauerkleidung und deutete somit auf allein lebende Frauen hin, die ihre Unschuld bereits verloren hatten. Schnell wurde es zum Sinnbild für die „Femme Fatale“. Diese mag für die einen damals gleichbedeutend mit einem Flittchen gewesen sein, vor allem für die jüngere Generation verkörperte sie jedoch ein modernes Frauenbild. Anstößiges war für junge Generationen schließlich schon immer interessant. 😉 Kein Wunder also, dass das Kleine Schwarze in der Flapper Mode nicht zur kurz kam.

Vor allem während der Weltwirtschaftskrise, während der Kriegsjahre sowie in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg gewann das Kleine Schwarze stark an Beliebtheit, war es doch einfach zu kombinieren und für verschiedene Anlässe tragbar. Für die Arbeit in der kriegswichtigen Industrie, der zu dieser Zeit immer mehr Frauen nachgingen, eignete sich dunkle Kleidung wesentlich besser als helle. Und obwohl dem schwarzen Kleid noch bis in die frühen 60er etwas Unanständiges anhaftete, fand es sich doch in den Kollektionen namhafter Designer wie Cristóbal Balenciaga, Yves Saint Laurent und Elsa Schiaparelli wieder. Auch bei vielen prominenten Damen war es überaus beliebt.

Vintage-Bloggerin RetroCat mit einem Kleinen Schwarzen und funkelnden Vintage-Accessoires

Kleines Schwarzes: Berühmte Trägerinnen

Wallis Simpson beispielsweise, die dem britischen König Edward VIII. liiert war und der 1936 ihretwegen auf den Thron verzichtete, war ein großer Fan des Kleinen Schwarzen. Auch das berühmte Zitat „Wenn ein kleines Schwarzes passt, gibt es nichts, was man sonst tragen könnte“ stammt von ihr.

Die französische Chanson-Sängerin Édith Piaf trug auf der Bühne sogar ausschließlich ein Kleines Schwarzes. Anfangs hatte sie nichts anderes (sie wuchs in bitterer Armut auf), dann entschied sie sich ganz bewusst für den schlichten Klassiker, sollte das Publikum doch nicht von ihrer Kleidung abgelenkt sein.

Auch die ganz großen Hollywood-Diven des 20. Jahrhunderts waren allesamt im Kleinen Schwarzen zu sehen. Marilyn Monroe in „Manche mögen’s heiß“ sowie „Blondinen bevorzugt“. Aber auch Marlene Dietrich, Greta Garbo und Rita Hayworth schwebten im Klassiker der Damengarderobe über die Leinwände.

Dennoch assoziieren wir das Kleine Schwarze wohl mit niemandem so sehr wie mit Audrey Hepburn. Und spätestens seit Audrey uns in „Frühstück bei Tiffanys“ in einer Kreation von Hubert de Givenchy verzaubert hat, gilt das Kleine Schwarze als Inbegriff für Stil und Eleganz. Seit den 60ern wurde es wohl zumindest auch zum Teil dank Hollywood und Audrey Hepburn von seiner Frivolität befreit.

Übrigens: Wusstest Du, dass das original Filmkleid von Audrey etwa 45 Jahre später für rund 690.000 Euro versteigert wurde? In diesem Beitrag habe ich den Look von Audrey Hepburn alias Holly Golightly etwas preiswerter nachgestylt. 😉

Vintage-Bloggerin RetroCat in einem Kleinen Schwarzen inspiriert von Audrey Hepburn

Das Kleine Schwarze heute

Bis heute hat das Kleine Schwarze nicht an Faszination verloren. Designer erfinden es immer wieder neu, es ist noch immer auf nahezu jedem roten Teppich zu sehen und gilt als absolutes Must-have sowie Allzweckwaffe wann immer sich die Frage stellt: Was ziehe ich nur an? Warum das Kleine Schwarze seinem Ruf mehr als gerecht wird, verrate ich Dir im Folgenden.


Mehr Kleine Schwarze Kleider:


Kleines Schwarzes: Begleiter für Tag und Nacht

Das Kleine Schwarze lässt sich tatsächlich zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten tragen. Mit Blazer und großer Tasche ins Büro, mit viel Schmuck und eleganten Accessoires zur Dinnerparty, mittlerweile sieht man es sogar auf Hochzeiten. Noch vor einigen Jahren galt das als absolutes No-go.

Mein Kleines Schwarzes ist von Von 50′ und besticht vor allem durch seinen schlichten aber figurbetonten Schnitt. Gemeinsam mit schlichten, spitz zulaufenden schwarzen Pumps bildet es die Basis für meine unterschiedlichen Looks.

RetroCat in einem kleinen schwarzen Retro-Kleid von Von 50'

Kleines Schwarzes alltagstauglich gestylt

Für mein Alltags- bzw. Business-Outfit kombiniere ich das Kleid mit eine hautfarbenen Strümpfen, wie beispielsweise den RHTs von Secrets in Lace. Um seinen sehr abendlichen, schicken Look etwas alltagstauglicher zu gestalten und moderne Akzente zu setzen, trage ich eine weiße Lederjacke darüber. Meine neueste Errungenschaft, eine große dunkelrote Tasche von Furla, rundet das stilvolle Tagesoutfit gekonnt ab.

Bloggerin RetroCat mit weißer Lederjacke und großer Furla-Tasche

Fashion-Bloggerin RetroCat mit einem Kleinen Schwarzen und weißer Jacke


Kleines Schwarzes – Tageslook: Die Outfit-Details

Kleines Schwarzes: Von 50′

Weiße Lederjacke: Motivi, ähnliche hier

Lolita Garter Belt: c/o Secrets in Lace

Strümpfe: Secrets in Lace

Pumps: Peter Kaiser

Ohrringe: ähnliche hier

Handtasche: Furla



Kleines Schwarzes glamourös gestylt

Dass sich das Kleine Schwarze mit nur ein paar Handgriffen vom Tages- zum Abendoutfit verwandeln kann, beweist dieser Look. Das Kleid ist das gleiche wie zuvor, allerdings lege ich die weiße Jacke ab und ersetze meine große Businesstasche durch ein silbernes Abendtäschchen. Zudem setze ich auf glamouröse Accessoires wie lange Opernhandschuhe von Secrets in Lace und einen kleinen Hut. Eine funkelnde Statementkette sowie Nahtstrümpfe von Secrets in Lace sind das i-Tüpfelchen des Abendoutfits.

Übrigens: In diesem Beitrag verrate ich Dir, welche Strumpfhalter ich zu welcher Gelegenheit trage.

Vintage-Mode-Bloggerin RetroCat trägt ein Kleines Schwarzes und glamouröse Accessoires

Vintage-Bloggerin RetroCat mit den Dita Glamour Nahtstrümpfen von Secrets in Lace und schwarzen Pumps


Kleines Schwarzes – Abendlook: Die Outfit-Details

Kleines Schwarzes: Von 50′

Hut: Collectif Clothing, sehr ähnlicher hier

Statementkette: ähnliche hier

Ohrringe: ähnliche hier

Handschuhe: Secrets in Lace

Pumps: Peter Kaiser

Handtasche: Vintage, ähnliche hier

Lolita Garter Belt: c/o Secrets in Lace

Strümpfe: c/o Secrets in Lace

Weitere Modeklassiker:

Dirndl
Kleines Schwarzes
Marlene-Hose
Nylonstrümpfe
Pencil Skirt
Petticoat
Strumpfgürtel
Strumpfhosen

PS: Wer noch tiefer ins Thema Kleines Schwarzes einsteigen will, dem kann ich das Buch „Vogue: Little Black Dress“ sehr ans Herz leben. Du bekommst es beispielsweise hier.

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2 thoughts on “Alleskönner Kleines Schwarzes: Ein Kleid, viele Facetten

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